Dvorak: Stabat mater (Nov.1999)

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Stabat mater: Universität führt Dvoráks gewaltiges Oratorium auf

"Stabat mater dolorosa" - Maria, die Mutter Jesu, wird als eine der zentralen Gestalten des christlichen (katholischen) Glaubens angesehen. Die Marienverehrung ist eine seit dem Mittelalter ungebrochen wirksame religiöse Kraftquelle. Davon zeugen nicht nur die zahllosen Mariendarstellungen der bildenden Kunst, sondern auch viele Werke der Kirchenmusik, vor allem Vertonungen der lateinischen Sequenz (liturgischer Hymnus) "Stabat mater dolorosa". Sie schildert die Seelenqualen der Schmerzensmutter ("auch dein Herz wird ein Schwert durchdringen", Lukas 2,35), die am Kreuz stand (Johannes 19,25) und den grausamen Tod ihres Sohnes erlebte. Der tschechische Komponist Antonín Dvorák hat dieses Thema 1876 aufgenommen und die geistliche Kantate "Stabat mater" für vier Soli, Chor und Orchester op. 58. geschrieben. Solisten der Litauischen Staatsoper Vilnius sowie Chor und Orchester der Universität Witten/Herdecke unter Leitung des UMD Ingo Ernst Reihl führen dieses Werk nun an drei Terminen auf:

  • Sonntag, den 14. November um 19.30 Uhr in der Universität Witten/Herdecke, Alfred-Herrhausen-Str. 5
  • Mittwoch, den 17. November um 19.30 Uhr in der St.Marien-Kirche in Witten
  • Sonntag, den 21. November um 19.30 Uhr im Mariendom (Wallfahrtskirche) zu Neviges, Velbert

Antonín Dvoráks Werk "Stabat mater" verdankt seine Entstehung wohl auch dem persönlichen Schicksal des Komponisten. Seine musikalischen Skizzen zu dem Thema aus dem Jahr 1876 können als Reaktion auf den Tod seines Töchterchens Josefa verstanden werden. Das unvollendete Werk blieb einige Zeit liegen. Erst als ihn zwei weitere Schicksalsschläge trafen - der Tod der Kinder Ruzena und Ottokar im Zeitraum von weniger als einem Monat - vollendete Dvorák die zehnsätzige Kantate innerhalb von zwei Monaten. Dvoráks "Stabat mater" ist keine liturgische Musik (obgleich als Text die lateinische Sequenz zum Fest "Gedächtnis der Schmerzen Mariens" zugrunde liegt), sondern ist für den Konzertsaal konzipiert. So fanden nach der Prager Premiere am 23. September 1880 viele Aufführungen in europäischen und amerikanischen Konzerthäusern statt, die dem Komponisten weltweite Anerkennung bescherten. Das monumentale Werk unterscheidet sich von den "Stabat mater"-Kompositionen früherer Meister durch eine dramatische, individuelle Gestaltung des Stoffs, die persönliches Schicksalserleben, unerschütterliche Glaubenskraft und unverkennbar böhmisch-slawisches Kolorit widerspiegelt. Helmuth Rilling, weltberühmter deutsche Oratoriendirigent, sagt über das Werk: "Ein unglaubliches Stück. Neun langsame Sätze als Passionsmeditation und dann am Ende des zehnten Satzes die Ekstase einer Auferstehungsvision. Ich halte dieses Stück für eines der bedeutsamsten oratorischen Werke, die je geschrieben wurden".
 

Noten: Nr. 10

WAZ-Rezension vom 19.11.1999

ZUHÖRER: ERGRIFFEN UND BEFREIT

Nur wenige Kompositionen verlangen dem Hörer derart tiefgreifende und zwiespältige Empfindungen ab wie die geistliche Kantate "Stabat mater" von Antonin Dvorak für vier Soli, Chor und Orchester op. 58.

Einerseits monumental und religiös, andererseits kammermusikalisch und schwungvoll, spricht das 1880 entstandene Werk gleichzeitig düstere Tiefen der Seele an und wirkt dennoch reinigend, ergreifend und befreiend. Dirigent Ingo
Ernst Reihl wusste mit dem Chor und dem Orchester der Universität Witten den tiefsinnigen Charakter der Kantate gekonnt umzusetzen: Mit viel Engagement und großen Gesten führte der Uni-Musikdirektor die über 100 Sänger und 50 Instrumentalisten durch die zehnsätzige Komposition. Die jugendliche Unbekümmertheit des überwiegend studentischen Klangkörpers ließ dabei keine sachliche Routiniertheit aufkommen: Mit Begeisterung arbeiteten sich die Musiker durch die musikalischen Strukturen des Werkes - und das waren häufig monumentale Klangterrassen.
Musikalische Reife bewiesen. Schon im ersten Satz gestalteten die Wittener ergreifende dynamische Klanggebäude: Im zarten Piano beginnend, entwickelten sich mit hinzukommenden Sängern und Instrumentalisten gewaltige Bögen. Kein Wunder, dass so manchem Zuhörer ein Schauer über den Rücken lief. Schade, dass die leisen Abschnitte etwas abfielen: Nicht immer überzeugte die Intonation der Holzbläser in den lyrischen, ansonsten schön ausmusizierten Passagen.
Hervorragend präsentierten sich die Sänger. In den solistischen Sätzen der Kantate bewiesen Asta Kriksciunaite (Sopran), Laima Jonutyte (Mezzosopran), Algirdas Janutas (Tenor) und Ignas Misiura (Bassbariton) ihre Qualität, wobei besonders die Sopranistin im achten Satz mit stimmlicher Substanz glänzte.

Am Ende zeigten Chor, Orchester und Solisten noch einmal ihre musikalische Reife. Dynamische Vielfalt, dramatisch anschwellende Melodielinien und ein versöhnender Abschluss sorgten für ein mitreißendes, aufwühlendes, auch  läuterndes Konzerterlebnis. MF
 

Ruhrnachrichten 16.11.99

WAZ Velbert 23.11.99

HULDIGUNG AN MUTTER GOTTES

Antonín Dvoráks "Stabat mater"

Zu ihrem jährlichen Gastspiel im Mariendom waren am Sonntag Chor und Orchester
der Universität Witten/Herdecke unter Leitung von Ingo Ernst Reihl angereist.
Auf dem Programm: Antonín Dvoráks "Stabat mater" für Soli, Chor und Orchester.

Was zunächst überraschte, war die Kleidung der Musiker: Dirigent Reihl
ordnungsgemäß im Frack, der Rest sozusagen in Hut und Mantel. Das hatte seinen
Grund, denn ausgerechnet an diesem Tag war die Heizung in der Wallfahrtskirche
ausgefallen; zehn Grad ließen die Musiker und Zuhörer bibbern.

Mit dem berühmten Thema für die Zweiten Geigen und Bratschen begann das "Stabat
mater dolorosa". Schon der Einsatz der Tenöre ließ aufhorchen, danach besonders
die gewaltige dynamische Steigerung des ganzen Klangkörpers zur ersten
fortissimo-Stelle. Der Chor sang deutlich und sehr sauber, vom Orchester fast
immer souverän begleitet.

Mit strahlender Stimme und angenehm kleinem Vibrato setzte anschließend der
Solo-Tenor (Algirdas Janutas) ein, dem nach und nach seine drei Kollegen der
Litauischen Staatsoper Vilnius folgten. Kleiner Wehmutstropfen für die Ersten
Geigen: Kurz nach dem Solo riss wegen der Kälte einem Unglücksraben die a-Saite.

Eine gelungene Einleitung von Bläsern und tiefen Streichern eröffnete in der
Folge "Quis est homo, qui non fleret", dabei die warme Stimme der
Mezzo-Sopranistin (Laima Jonutyte) unterstützend. Die später folgenden Duos
zwischen Sopran (Asta Kriksciunaite) und Mezzo-Sopran auf der einen, Tenor und
Bassbariton (Ignas Misiura) auf der anderen Seite gelangen schön.

Das Thema "Eja, mater, fons amoris" wurde angemessen interpretiert: vorgespielt
von den tiefen Streichern, gut übernommen vom Chor. Das Seitenthema, mit
schwelgenden Geigen und Chor, stand dem nicht nach. Seinen großen Auftritt hatte
anschließend Bassist Ignas Misiura mit "Fac, ut ardeat cor meum".

Beeindruckend auch die sechs übrigen Stücke des großen Dvorák-Werkes, wobei es
auch nicht störte, wenn im Orchester ab und zu Tempo und Intonation leicht
wackelten. Letzteres war indes mit einem Nachstimmen so gut wie behoben.

Absoluter Höhepunkt war dann das Schluss-Stück "Quando corpus morietur", das
nochmals Themenköpfe des "Stabat mater dolorosa" aufnahm. Hier setzte das
Solisten-Quartett mit seiner Darbietung ein Glanzlicht des Konzerts. Wie auch
Chor und Orchester, denen selbst die höchst komplizierte "Amen"-Fuge gut gelang.

Da hatten sich Solisten, Chor, Orchester und Dirigent dann den großen Applaus
redlich verdient.

cb

 

Was bleibt ?

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Nein, das ist aber nicht alles was bleibt

 

 

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