Haydn: Die Schöpfung 2002

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Haydn: Die Schöpfung

JOSEPH HAYDN: DIE SCHÖPFUNG
Oratorium für Soli, Chor und Orchester Hob XXI:2

    Ausführende:
    Benita Borbonus, Sopran
    Jörg Nitschkes Tenor
    Almas Svilpa, Bassbariton
    Chor und Orchester der Universität Witten/Herdecke
    Leitung: UMD Ingo Ernst Reihl

  • Sonntag, 01.12.2002, Universität Witten/Herdecke
  • Mittwoch, 04.12.2002, St. Marienkirche, Hagen (neben dem Karl Ernst Osthaus-Museum)
  • Donnerstag, 05.12.2002 Probsteikirche, Dortmund-Innenstadt
  • Sonntag, 08.12.2002 Mariendom (Wallfahrtskirche) zu Neviges, Velbert-Neviges
  • Donnerstag, 16. Januar 2003, Städtischer Saalbau Witten
Probe im Campus 1.12.2002

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Rezensionen aus Witten

WAZ-Rezension aus Witten, 03.12.2002:

Bei dieser Schöpfung stimmte einfach alles

Stürmischer Applaus in der Uni für Haydn-Oratorium

Haydns Oratorium "Die Schöpfung" wurde zum 1. Advent von Solisten, Chor und Orchester der Universität unter Leitung von UMD Ingo Ernst Reihl aufgeführt.

Erwartungsvolle Spannung herrschte in der voll besetzten Halle der Uni Witten. In Joseph Haydns tönender Kosmogonie stiegen feierlich getragene Dur-Akkorde wellenförmig nach einem Fortissimo-Auftakt aus der Welt des in Moll gezeichneten Chaos empor.

Dieser lautmalerische Orchestersatz, von Dirigent Reihl souverän in seiner ganzen Klangfarbenpalette beleuchtet und ausdifferenziert, leitete über zum a-cappella-Einsatz Raphaels (Almas Svilpa) und des Chores, der die Erschaffung der Welt durch Gott aus dem Chaos thematisiert. Lautmalerei und a-cappella-Rezitative prägen die musikalische Umsetzung des ganzen Werkes. Größtmögliche Textverständlichkeit der Rezitative gewährleistet die Übermittlung der inhaltlichen Botschaft des Werkes, die dann durch tonmalerische Mittel innerhalb der meist noch dem Periodenschema verhafteten Ariensätze musikalisch weiter ausgestaltet und verklanglicht wird.

Der Nuancierungskunst des Dirigenten, der neben lautmalerischen Facetten auch Tempo und Dynamik in meisterlichen Abstufungen zu handhaben wusste, korrespondierten der sehr differenziert intonierende Chor und das flexibel agierende Universitätsorchester. Sowohl der sonore Klang der Streicher als auch die präzise intonierenden Bläser trugen zum transparenten Orchesterklang bei, der vor allem den polyphonen Passagen des Oratoriums überzeugende Kontur verlieh. Unter den Solisten trat der junge Litauer Almas Svilpa hervor. Der samtig-geschmeidige Glanz seines dunkel timbrierten und sorgfältig phrasierenden Basses verlieh vor allem seiner Interpretation des Adam ein unverwechselbares Profil. Auch der schlank geführte, kultivierte lyrische Sopran von Benita Borbonus überzeugte mit einer sicheren Höhe als Gabriel ebenso wie mit weichen Legatophrasierungen im Duett mit Almas Svilpa als Eva. Das Trio hervorragend miteinander harmonierender Stimmen wurde vervollständigt durch den vor allem auch in hohen Lagen sehr beweglichen lyrischen Tenor Jörg Nitschkes (Uriel).

Das Publikum dankte für ihre hervorragende Interpretation mit stürmischem Applaus. "Die Schöpfung" ist noch einmal in Witten zu hören: 16. Januar, 20 Uhr, im Saalbau. kfü

Konzert Campus UWH 1.12.2002

Ruhr Nachrichten-Rezension aus Witten, 03.12.2002:

Adam-Eva-Duett setzt Glanzpunkt

"Die Schöpfung" in Universität aufgeführt

WITTEN - "Stimmt an die Saiten, ergreift die Leier" - so donnerte es am Sonntagabend durch die große Halle auf dem Campus der Uni Witten/Herdecke.

Chor und Orchester der Hochschule standen auf der Bühne, um Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung" aufzuführen. Mit einem besonders noblen Solistentrio trat der junge Universitätsmusikdirektor Ingo Ernst Reihl an, um das mit den beiden Ensembles erarbeitete Opus zu leiten.

Die Sänger Benita Borbonus (Sopran), Jörg Nitschke (Tenor) und Almas Svilpa (Bass) sangen sich schnell in die Herzen des ausverkauften Auditoriums. Die zwei männlichen Akteure hatten ihren Part vom ersten Ton an sicher im Griff und gefielen durch lupenreine Intonation und imposante Gestaltung. Die anfangs etwas schwächelnde Sopranistin steigerte sich jedoch mit zunehmender Dauer, um kurz vor Schluss mit zusammen mit dem Bassisten Svilpa das Adam-Eva-Duett zu einem Glanzpunkt werden zu lassen. Glänzend ließen sich die weitgehend jugendlichen Instrumentalisten von Maestro Reihl zu ansprechender Leistung führen.

Der Dirigent holte mit seiner filigranen Interpretation wirklich alles aus dem Oratorium heraus. Er verstand es, jedes noch so versteckte Motiv aufzuspüren und dank versierter Musiker zu Gehör zu bringen.Das wohltuend durchsichtig agierende Orchester gab eine durchweg solide Visitenkarte ab und meisterte den recht anspruchsvollen Part der "Schöpfung" ohne Probleme. Kleinere Patzer im Bereich der blasenden Zünfte sind kaum der Rede wert. Wieder einmal war es der Universitätschor, der zum Garanten der Darbietung wurde.

Bestens stimmtechnisch "trainiert" legten sie Sänger eine hohe Vokalkultur an den Tag. Die glasklaren Höhen der vielen jungen Sopranstimmen zogen die Zuhörer schnell in den Bann. Von Ingo Ernst Reihl vorgegebene hurtige Tempi konnten den Chor nicht in Verlegenheit bringen. Sie gaben ihm Gelegenheit, stimmtechnisches Vermögen und Flexibilität unter Beweis zu stellen.bol

Westfalenpost Hagen am 06.12.2002

Lautmalerische Schöpfung

Oratorium von Haydn in der Marienkirche

Hagen. (M.H.) Es war eine ungewohnte Freude, in der Adventszeit das große Oratorium "Die Schöpfung" von Joseph Haydn in der gut besuchten Marienkirche zu hören. Der etwa 80 Studierende umfassende Chor der Universität Witten/Herdecke und deren Orchester führten das Werk unter Leitung von Universitätsmusikdirektor Ingo Ernst Reihl (33) mit drei jungen großartigen Solisten auf. Freude an der Darstellung frischer Lebenskraft und Kreativität beflügelte diese Interpretation.

Von der einschmeichelnden lyrischen Melodik, der Lautmalerei in der plastischen Darstellung der Schöpfungsszenen und einer ursprünglichen Originalität lebt das 1799 in Wien uraufgeführte Werk. Bis heute gehören die wuchtigen Chöre auch seperat zum Repertoire sakraler Chormusik.
Der Chor mit seinen sicheren jungen Stimmen efüllte alle Ansprüche der Stimmbildung und des Ausdrucks. Er nahm jede Motivation des Dirigenten auf und gestaltete den Sonnenaufgang mit riesigem Crescendo oder ließ den Mond im sanften Schimmer ganz leise über den Nachthimmel ziehen.

Ebenso stimmbegabt und ausdrucksstark waren die Solisten des Oratoriums. Je höher die Stimmlage der Arien des Gabriel und der Eva, umso strahlender klang der lyrisch gefärbte Sopran von Benita Borbonus, die vor zwei Jahren ihr Gesangsstudium abschloss. Mit mühelos lockerer Koloratur hörte man die zauberhafte Arie von der Erschaffung der Vögel. Bravourös klangen das Girren der Tauben und die Triller von Lerche und Nachtigall. Die Partie des Uriel sang Jörg Nitschke (33), Gründer der "Essener Vocalisten". Dem Tenorpart hat Haydn in der Rolle des Erzengels die würdevolle Arie von der Erschaffung des Menschen zugedacht, ein gesanglicher Höhepunkt.
Mit Gemütstiefe und Gefühlswärme stattet der Bass Almas Svilpa (31) den überzeugenden Vortrag der Arien und Rezitative des Raphael und Adam aus. Das aus Litauen stammende Mitglied des Aalto-Theaters verfügt über eine profunde geschmeidige Stimme, die er souverän einsetzt, wenn er klangmalerisch von Löwe und Tiger, Hirsch und Ross, von Insekten und Würmern erzählt.

Westfalenpost Hagen am 06.12.2002

Westfälische Rundschau Dortmund am 07.12.2002"

Die Schöpfung" plastisch dargeboten

Joseph Haydn weist in seinem Oratorium "Die Schöpfung" auf die Welt hin und lässt sie zum Klang werden.

Dass seine Musik über der Zeit steht, dass haben wohl die vielen Besucher in der Propsteikirche empfunden, welche die Aufführung durch den Chor und das Orchester der Universität Witten erleben konnten. Dazu waren drei stimmlich exponierte Solisten verpflichtet. Die Gesamtleitung hatte Ingo Ernst Reihl, der den großen Aufführungsapparat fest im Griff hatte, ihn lenkte und zur stilistisch geprägten Darstellung anregte.

Der technischen Präzision war gewiss eine unerhörte Probenarbeit vorausgegangen, die hier ihre Früchte trug. Die Ordnung der Sätze, die klangliche Schönheit und Fülle und edlen Haydnschen musikalischen Einfälle, das alles wurde feinsinnig herausgeschält. Die Erstehung der Welt vollzog sich fast plastisch deutlich vor den Ohren und dem inneren Auge der Zuhörer.

Mit drängendem Schwung wurden die Anbetungschöre gesungen, exzellenter Chorgesang dann im fungierten Schlusschor. Das Orchester schilderte mit nachhaltiger Klanggewalt im Eröffnungssatz das große Chaos und ließ mit gewaltigem Schlag das Licht erstrahlen. Streicher und Bläser waren von feinster Stimmung, in der Intonation ohne Makel und differenziert in der Anpassung an die Solisten. Die drei Erzengel waren von stimmlich gleichem Format. Benita Borbonus sang mit glockenreinem Sopran, den sie sicher zur strahlenden Höhe brachte den Gabriel und Eva, Jörg Nitschke, Tenor, brachte mit seinem klaren Tenor als Uriel auch lyrische Stimmung ein. Sehr füllig der Bass, manchmal ein wenig explosiv, immer raumfüllend sang Almas Svilpa den Raphael/Adam. Sehr ausgewogen die Duette Sopran, Bass. Der Dirigent zeichnete die Gattung der Kreatur in feiner Tonmalerei. Es gab lyrische aber auch klangdramatische Momente.

Von Charlotte Strothmann

Westfälische Rundschau Dortmund am 07.12.2002

WAZ Velbert am 12.12.2002

Weltgeburt und Dankgesang

Haydns "Schöpfung" im Mariendom

Von Matthias Spruck
Wieder einmal große Kultur im Mariendom: Engagierte Musiker von Chor und Orchester der Universität Witten/Herdecke spielten unter der Leitung von Ingo Ernst Reihl Haydns "Schöpfung".

"Tiefstes Schweigen, gespannteste Aufmerksamkeit, eine - ich möchte sagen - religiöse Verehrung herrschten von dem Augenblick an vor, als der erste Bogenstrich getan wurde." Die Worte des Korrespondenten des "Neuen teutschen Merkur", mit denen er die Atmosphäre bei der Uraufführung des Oratoriums aus der Feder von Joseph Haydn am 19. März 1799 im Wiener Burgtheater beschrieb, haben auch - über 200 Jahre später - ihre Gültigkeit nicht verloren.

Eine überaus andächtige Kulturgemeinde hatte sich in Neviges versammelt, um das Ergebnis einjähriger anstrengender Probenarbeit der Universitätsmusiker zu genießen: Mit der "Schöpfung" des seinerzeit 36-jährigen Haydn stand nun bereits das zwölfte große geistliche Werk auf dem Spielplan der akademischen Musikertruppe; begonnen hatten die gern gesehenen Gastspieler im Winter 1992 mit Mozarts Requiem, es folgten danach Verdis Requiem und Bachs h-moll-Messe, zuletzt die "Missa solemnis" von Beethoven.

Rund zwei Stunden nahm die Interpretation zwischen anfänglichem Chaos der Weltgeburt und finalem Chor "Singt dem Herrn alle Stimmen!" die zahlreichen Zuhörer im Dom gefangen. Den erlösenden Applaus durften die Musiker und Chef Reihl als Quittung für vollendeten Konzertgenuss mit in ihren Elfenbeinturm nehmen.

WAZ Velbert am 12.12.2002

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