Philip Glass - Civil Wars (Mai 2007)

Mai 2007:

Philip Glass - Civil Wars, (A Tree Is Best Measured When It Is Down)

Photos aus der Probenzeit ansehen und bestellen ... 

Für den Chor: (von Ingo und Juliane)

1. Probenplan:
Probendisposition „ the CIVILwarS.pdf

2. Deutsche Texte Scene B und C:
Die ins Deutsche übertragenen Chor-Texte.pdf

 

...So beautiful and impressive to my eyes, that I fell into violent weeping ...

... I was. I am not mad, I am not nervous, I am just scared to death ...

Pressemitteilung

Wittener Uni-Chor bei den Duisburger Akzenten (02.05.2007)

"The CIVIL warS" von Philip Glass steht zweimal auf dem Festival-Programm

Die Duisburger Akzente, das Kulturfestival des Landes Nordrhein-Westfalen, starten am Freitag, 4. Mai 2007 unter Mitwirkung des Chors der Universität Witten/Herdecke (UWH). Der Chor, in dem Studierende, Lehrende und Absolventen der UWH singen, wirkt mit bei Oper "The CIVIL warS" von Philip Glass, deren Aufführung im Zentrum des Eröffnungsfestaktes steht. Die zweite Vorstellung der Oper mit UWH-Beteiligung ist am Sonntag, 6. Mai zu sehen.

Entstanden für das Kulturprogramm der Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles wird das Werk jetzt erst zum zweiten Mal in Deutschland aufgeführt. Mit der Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord wurde ein Ort gefunden, der es ermöglicht, die überdimensionalen Bilder und Klänge räumlich umzusetzen und das Publikum aktiv einzubeziehen.

"Wir sind es ja eher gewohnt, still zu stehen und konzentriert zu singen", sagt Nik Koneczny, Wittener Medizin-Dozent und Chormitglied. "Die Opernproduktion verlangt allerdings viel mehr: Wir agieren singend zwischen den Zuschauern - losgelöst von unseren Stimmgruppen und ohne Notenblätter." Verantwortlich für die Produktion sind auch das Freiburger Aktionstheater PAN.OPTIKUM und die Duisburger Philharmoniker. Die Regie führen Sigrun Frisch und Ralf Buron von PAN.OPTIKUM, die musikalische Leitung liegt bei der Amerikanerin Karen Kamensek, einer Spezialistin für die Musik von Philip Glass.

Beide Veranstaltungen beginnen jeweils um 20 Uhr in der Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord. Der Festakt am 4. Mai ist keine öffentliche Veranstaltung. Vorverkauf für die Aufführung am 6. Mai über die NRW-Ticketshops oder online unter www.duisburgticket.de. Festival-Infos:
www.duisburger-akzente.de .

Weitere Infos: Ingo Ernst Reihl, Universitätsmusikdirektor....

Weiterführende Informationen im Internet unter:
http://www.duisburger-akzente.de  http://www.theater-panoptikum.de

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(RP) Eindrucksvoll „normal

Die Eröffnung der 30. Duisburger Akzente in der Kraftzentrale gehörte zu den besten des Traditionsfestivals. Die Aufführung der Philip-Glass-Oper nach den Reden war ungewöhnlich, aber nicht zuviel.

Die Eröffnung der diesjährigen „Normal-Akzente erforderte ein ungemein hohes Maß an Vorbereitungen – und Risikobereitschaft. Immerhin stand nach den Reden von Oberbürgermeister Adolf Sauerland, NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff und Heiner Geißler die Aufführung einer kompletten Oper auf dem Programm. Und zwar einer ungewöhnlichen, nämlich Philip Glass „The CIVIL warS. Unser Fazit: Der Einsatz der Organisatoren, wozu auch das Werben von Sponsoren gehörte, hat sich gelohnt.

Nichts sei langweiliger als ein Festival, das Jahr für Jahr immer das Gleiche bietet, hatte Oberbürgermeister Adolf Sauerland in seiner Begrüßung gesagt, um fortzufahren: Die Akzente waren nie normal. Staatssekretär Grosse-Brockhoff hob die Rolle der Künstler hervor, deren Aufgabe es sei, Normen in Frage zu stellen. In Rückblick auf die deutsche Geschichte, in der sich die Obrigkeit mit zum Teil schrecklichen Konsequenzen auf das angeblich „gesunde Volksempfinden berief, mahnte Grosse-Brockhoff die Förderung von Kunst und Künstlern an, „auch wenn uns manches als Zumutung vorkommt.

Heiner Geißlers Festansprache, in der das von falschen Normen verursachte Leid der Menschen im Mittelpunkt stand, konnte man auch als Überleitung zur Opernaufführung verstehen. Philip Glass „The CIVIL warS spielt auf den amerikanischen Bürgerkrieg an, der bekanntlich eng mit der Sklavenfrage verbunden war. Die damaligen Sklaven-haltenden Südstaaten waren in einer Ideologie befangen, die Geißler zuvor als „perversen Bazillus, der in den Köpfen spukt bezeichnet hatte. Das Faszinierende und auch Irritierende an „The CIVIL warS ist, dass der amerikanische Bürgerkrieg zwar als historisches Ereignis zitiert wird, zugleich aber eine symbolische Ausdehnung bekommt. So werden auch die drei männlichen Protagonisten, Abraham Lincoln, der Südstaaten-General Robert E. Lee und der italienische Freiheitskämpfer Garibaldi zu Sinnbildern eines höchst zweifelhaften Kriegsheldentums. Bei der Inszenierung des Freiburger Aktionstheaters PAN.OPTIKUM wurden die Möglichkeiten der riesigen Kraftzentrale sinnvoll genutzt. Das zunächst heiter-karussellhaft wirkende Verschieben des Publikums, das in Gruppen aufgeteilt auf fahrbaren Podesten saß, hatte einen bitterbösen Hintersinn: Wir „spielten Soldaten, die wie Truppen immer mal wieder verschoben werden. Und auch sonst beeindruckten die symbolischen Bilder, die andeuteten, wie aus lebendigen Menschen Kriegsmaterial wird.

Für die Solisten, den Chor und die Duisburger Philharmoniker, die unter Leitung der Glass-Spezialistin Karen Kamensek spielten, gab es einen Riesen-Schlussapplaus. Schade, dass diese „The CIVIL-warS-Inszenierung nicht wiederholt wird. Oder? (Kulturseite)

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WAZ: Am Fliegenfänger

"The Civil Wars" in der Kraftzentrale des Landschaftsparkes als Multimedia-Spektakel.

Das Publikum wird auf Rampenstücken durch das Geschehen geschoben

In der Oper geht es ja gern mal um Helden, bevorzugt um zwielichtige. Ums Sterben geht"s sowieso. Ganz normal. Bei "The Civil Wars" von Philip Glass und Robert Wilson geht es um nichts anderes. Nur ist das hier alles andere als normal - und damit ein klassischer Fall für die diesjährigen Duisburger Akzente, die jetzt in der Kraftzentrale des Landschaftsparks erstmals in ihrer dreißigjährigen Geschichte mit einer Oper eröffnet wurden. Mit einem Multimedia-Spektakel, besser gesagt.

Die Gigantomanie eines multinationalen Epos, das anlässlich der Olympischen Spiele 1984 geplant war, wurde bekanntlich nur zum Teil realisiert. Der Rest scheiterte an finanziellen Engpässen. Was übrig blieb, ist immer noch riesig: Ist doch das, was in Duisburg zu sehen war, gerade mal der 70-minütige 5. Akt des Projekts, der "Italienische Teil".

Es geht, wie gesagt, um Vergänglichkeit. Vergilbte Bilder in alten Rahmen verlieren sich zwischen den Sternen und symbolisieren das, was bleibt: die Erinnerung, dass sich wohl mal jemand an uns erinnert hat - und dann das Nichts. Das vermitteln die Regisseure Sigrun Fritsch und Ralf Buron in eindrucksvollen Bildern.

Es geht im Besonderen aber auch um gescheiterte Hoffnungen, um Helden, die vor den Trümmern ihrer Visionen stehen. Helden, hier festgemacht etwa an Abraham Lincoln (Alex Sanmartí), an seinem Gegenspieler, Südstaaten-General Robert E. Lee (Benedikt Ocker), und dem italienischen Freiheitskämpfer Giuseppe Garibaldi ( Sung-Keun Park). Helden, die immer nur im Morgen leben, sich das Heute nur als Kampf vorstellen können, den Kampf, damit morgen alles gut ist.

Dem steht das weibliche Prinzip gegenüber, personali-siert etwa in der jungen Mrs. Lincoln (Annette Huber), die nach dem Jetzt fragt und so das patriarchalische Heldentum in den Grundfesten erschüttert. Die Kämpfer finden erst am Schluss zu sich selbst, Herkules, die mythische Urfigur, steht nicht mehr als Held da, sondern als Mensch wie du und ich, von seinen Aufgaben erlöst, mitten im Publikum.

Wie vor drei Jahren in Freiburg, als die Inszenierung des Aktionstheaters Pan.Optikum erstmals zu sehen war, wurde auch hier das Publikum in Zweierreihen auf beweglichen Rampenstücken durchs Geschehen geschoben. Aber die Inszenierung wurde auch modifiziert, den Möglichkeiten der Riesenhalle angepasst. So konnte hier eine ursprüngliche Idee in die Tat umgesetzt werden: Die von Glass-Expertin Karen Kamensek geleiteten Duisburger Philharmoniker waren auf drei Etagen verteilt. Und wie die Protagonisten zuweilen am "Fliegenfänger" hingen und durch die Halle schwebten - na ja. Da war er wieder, der offenbar noch ganz rüstige Charme der Industriebrachen.

Aber alles das, das bewegte Publikum, die durch die Bank wunderbar musizierenden Solisten und Ensembles (neben den Philharmonikern der Chor der Uni Witten/Herdecke), die visuellen Reize, alles konnte nicht über ein Manko der Klänge von Glass hinwegtäuschen: Was in der Minimal Music Sinn macht, wirkt im Opern-Umfeld schnell banal. Die elenden Endlosschleifen (Sting hatte recht, vielleicht mehr, als er geahnt haben mag) und die trostlose Harmonik werden auch durch die zu Wagner schielenden Klangzitate nicht erträglicher. - Am Ende viel Beifall.
06.05.2007   Von Hajo Berns

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NRZ: Nicht ganz normal

FESTIVAL. Die 30. Duisburger Akzente wurden mit Heiner Geissler und der Oper "The Civil Wars" von Philipp Glass eröffnet.

DUISBURG. Unter dem Motto "Normal" stehen die 30. Duisburger Akzente, die jetzt in der Kraftzentrale des Landschaftsparks Nord in Meiderich eröffnet wurden. Bis zum 28. Mai erwartet die Besucher ein vielfältiges Kulturprogramm aller Sparten an verschiedenen Spielorten vom Innenhafen bis zum Stadttheater. Festredner Heiner Geissler warnte mit deutlichen Worten davor, bedenkliche Zeiterscheinungen als normal hinzunehmen. Dazu gehöre vor allem die "Ökonomisierung des Menschen", der nur noch als Kostenfaktor geschätzt werde. Positiv, wenn er Geld einbringt, als Belastung, wenn er "arm - alt - arbeitslos" werde.
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Mit solchen Niederungen der mittlerweile alltäglichen Armut geben sich Star-Musiker wie Philipp Glass oder Theater-Gurus wie Robert Wilson gar nicht erst ab. Deren nur 75-minütiges, aber umso monumentaler disponiertes Musiktheater "The Civil Wars" sprengt manche Dimension theatralischer Normalität.

Esoterische Nebelkerzen
Hinter den 170 Mitwirkenden der Akzente-Eröffnung, darunter die Duisburger Philharmoniker, das Freiburger Bewegungstheater Pan.Optikum und der Chor der Universität Witten/Herdecke, verbarg sich ein bühnentechnischer Aufwand, der die Kräfte der Deutschen Oper am Rhein, der Theater von Essen und Freiburg, des Duisburger Theaters am Marientor, des Düsseldorfer Schauspielhauses und einer großen Gerüstbaufirma bündelte. Das Orchester war mehrstöckig postiert, eine lange Seitenfront der riesigen Kraftzentrale zierte eine schwindelerregende Gerüstkonstruktion mit etlichen Spielflächen. Das Publikum saß zweireihig auf Podesten, die von einem Bewegungschor während der Vorstellung mehrmals durch den Raum geschoben wurden.

Und das alles für ganze zwei Aufführungen esoterischer Nebelkerzen! Durchaus passend zum Festival-Motto: Das Missverhältnis von Aufwand und Ertrag ist so unnormal in unserem Kulturbetrieb schließlich nicht.

Die Grundstruktur des Stücks bedient klassische Klischees: Drei männlichen Kraftfeldern (Abraham Lincoln, Italien-Befreier Garibaldi und Südstaaten-General Robert E. Lee) stehen als sanftmütige weibliche Kuschel-Kissen eine Schnee-Eule als Hopi-Göttin des Vergehens und eine Erdenmutter als Göttin des Werdens entgegen. Texte aus Reden der historischen Figuren reiben sich an nebulösen Visionen der göttlichen Damen. Die naheliegenden Konflikte werden dank der ästhetischen Einstellung der berühmten Werk-Schöpfer nicht bewusstseinsschärfend ausgetragen, sondern verdampfen wie ätherische Öle. Philipp Glass ist sich in diesem Stück seinem Prinzip der Minimal Music treu geblieben. Zarte, pausenlos wogende Arpeggien, einige melodische Kürzel, sanfte dynamische An- und Abschwellungen versetzen den Hörer in einen narkotischen Zustand, der auch die hammerharten Hintergründe der Befreiungsbewegungen um Lincoln und Co. wie schmuseweiche rosa Wölkchen aussehen lässt. Die halogene Wirkung dieser überdosierten klingenden Droge verstärkt noch Wilsons statische, schwerelose Regie-Konzeption, der sich Sigrun Fritsch und Ralf Buron in Duisburg ergeben unterwarfen.

Glänzende Revier-Zusammenarbeit
Bleibt neben den ambitionierten Leistungen der Heerscharen an Mitwirkenden die reibungslose Funktion der Videoeinblendungen und der Maschinerie zu loben, mit der nicht nur die Erdenmutter durch die Lüfte schweben konnte.

Eine an sich brillante Produktion, faszinierend aber nur für den, der sich mit der harmlos-einlullenden Tonsprache von Phil Glass anfreunden kann. Die glänzende Zusammenarbeit mehrerer Theater stimmt immerhin zuversichtlich im Hinblick auf die Kraftanstrengungen für das Jahr 2010, wenn sich das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt nennen darf. (NRZ)
06.05.2007    PEDRO OBIERA=

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