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GROSSES SOMMERKONZERT 2006 Edvard Grieg Antonín Dvorák Chor und Orchester Sonntag, 18. Juni 2006, 11.00 Uhr Extra-Probentag: Sonntag, 11. Juni 2006, 10.00 bis 21.00 Uhr Photos der Proben und des Konzertes ansehen (am Besten als Dia-Schau) und bestellen.... |
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Mit "Solveigs Lied" ging die Sonne auf Witten - Chor und Orchester der Universität verabschiedeten sich gestern vor über 300 Zuhörern mit ihrem Sommerkonzert in die Ferien. Bei strahlendem Sonnenschein verausgabten sich die Mitwirkenden unter dem großen Glasdach der großen Halle bis zur Erschöpfung. Durchgängig romantisch - dennoch kontrastreich - stellte das Orchester die zwei Suiten Edvard Griegs zu "Peer Gynt" der Messe in D-Dur von Antonin Dvorák als großes Chorwerk gegenüber. Juliana Höttges, Hornistin und Studentin der Philosophie und Kunstreflexion, schloss ihr künstlerisches Studienprojekt mit dem Dirigat der ersten Suite ab. Die Morgenstimmung leitete sie mit etwas kantiger Gestik und großem Krafteinsatz. Die Klangfarben des Orchesters aber ließ sie aufblühen, saugte förmlich den Schlusston heraus. Nach der Trauerelegie Ases Tod erhoben sich wehmütige Weisen der ersten Geige in Anitras Tanz über das Pizzicato. Gezupfte Bässe und Fagott ließen ungelenk erste Trolle in die Halle des Bergkönigs stapfen. Zudringlicher wurde das zottige Volk. Bedrohlich steigerte sich der Reigen zu Posauneneinsatz und Beckenschlagen. Nach wilden Streicherwirbeln und Paukenakzenten erhielt sie tosenden Applaus, teilte ihn mit ihren Solisten. Zur Suite Nr.2 trat UMD Ingo Ernst Reihl selbst ans Pult. Fortissimo-Attacken, wechselnd mit sanft verklingenden Tönen, beschwor der Maestro geschmeidig aus der Tiefe herauf. Zum Brautraub dröhnten die Pauken in einem fernen Ruderrhythmus. Tosend wogte das Meer, der Klabautermann schien um die Masten zu turnen. Ein Unwetter brach über Peer Gynts Heimkehr herein. Endlich ging mit Solveigs Lied über ruhiger See die Sonne auf. Ein Klavier ersetzte die Harfe, suggerierte Ruderschläge. Mit verklingendem Triton-Ruf entschwand das Langboot im Nebel. Ein beeindrucktes Publikum brauchte die Aufforderung des Dirigenten zum Applaus. Dirigent ermattet Etwa 70 Sänger standen zur Messe auf den Chorstufen. Bis auf die schwach besetzte Tenorstimme hat das Ensemble keine Nachwuchsprobleme, entwickelte bei hoher, sanglicher Qualität volltönendes Stimmvolumen. Dvoráks Werk - zunächst für kleinen und großen Chor mit Orgel geschrieben, später von ihm für Orchester, Chor und Solisten gesetzt - hat Reihl mit Chordozentin Jolita Svilpiene in einer Mischform erarbeitet, setzt auch eine kleine Orgel ein, belässt die Soli in den Chorstimmen. Ungewöhnlich für ein sakrales Opus sind tänzerisch-beschwingte Passagen eingeflochten. Nach Kräfte zehrender Darbietung bat ein ermatteter UMD das Publikum, sich dieses mal eine Zugabe vorzustellen. - Martin Schreckenschläger Photos der Proben und des Konzertes ansehen |
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